Unser Pädagogisches Konzept

Unser pädagogisches Handeln fußt auf der Überzeugung, dass Kinder am besten lernen, wenn sie selbst aktiv werden können. Kinder sind von Natur aus neugierige, entdeckungsfreudige Wesen – sie wollen die Welt begreifen, gestalten und verstehen. Im Naturkindergarten schaffen wir deshalb einen Raum, in dem die Kinder eigenverantwortlich lernen, forschen und sich ausprobieren dürfen. Die Natur bietet dafür eine ideale Umgebung: Sie ist vielfältig, wandlungsfähig, herausfordernd – und sie lädt zur aktiven Auseinandersetzung ein.

Wir sehen Kinder als aktive, kompetente Gestalter ihrer Entwicklung.

In einem demokratisch-sozialen Erziehungsstil werden sie ernst genommen, gehört und an Entscheidungen beteiligt. Sie dürfen mitbestimmen, was im Alltag geschieht, was gelernt wird und wie dieser Lernprozess gestaltet sein soll – ihrem Entwicklungsstand entsprechend. Diese Beteiligung – Partizipation – fördert nicht nur Selbstbewusstsein und Verantwortungsgefühl, sondern ist auch ein zentraler Baustein einer gelebten Demokratie.

Besonders das Freispiel ist in unserem Konzept ein tragendes Element: Es ist der Ort, an dem sich Bildungsprozesse organisch entfalten. Im freien Spiel üben Kinder Selbstständigkeit, Teamfähigkeit, Kreativität und Ausdauer. Sie erleben Erfolg und Scheitern, lernen Konflikte zu lösen, sich abzusprechen und Verantwortung zu übernehmen. Sie sortieren Stöckchen – nicht, weil sie Rechnen üben sollen, sondern weil sie erforschen, welches Stück Holz sich für ihr Vorhaben am besten eignet. Genau hier liegt die Kraft des entdeckenden Lernens.

Der Wurzelhof schafft Erfahrungsräume, in denen sie sich selbstwirksam, sinnlich und ganzheitlich entfalten können.

  • Lernen mit allen Sinnen – über Bewegung, Spiel, Forschen und Naturbegegnung
  • Starke Bindung und sichere Beziehungen als Basis für Entwicklung
  • Tiere im Alltag – tiergestützte Impulse für Empathie, Verantwortung & Vertrauen
  • Natur als Lernraum – offen, entschleunigend, inspirierend
  • Alltagsintegrierte Vorschularbeit – spielerisch, lebensnah und orientiert am Kind

Unser Naturkindergarten „Wurzelhof“ bietet weit mehr als freie Bewegung in der Natur.

Wie alle Kindertageseinrichtungen orientiert sich auch unser Naturkindergarten an den Vorgaben des jeweiligen Bildungs- und Erziehungsplans, für uns gilt der Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan. Auch hier stehen grundlegende Bildungsziele im Mittelpunkt: Die Förderung sozialer, emotionaler, sprachlicher, kognitiver und motorischer Kompetenzen sowie die Vorbereitung auf schulisches Lernen. 

Er folgt einem ebenso durchdachten pädagogischen Konzept wie konventionelle Einrichtungen, hebt sich methodisch jedoch von konventionellen Einrichtungen ab – ohne dabei auf Verbindlichkeit zu verzichten. Der Unterschied liegt in der Art des Lernens: Statt an Tischen und mit Gruppenräumen findet Bildung hier über das unmittelbare Erleben, über Bewegung, Beobachtung, sinnliche Eindrücke und kreative Prozesse statt. 

Die Natur wird zur aktiven Mitgestalterin des Alltags, zum Lehrraum, Impulsgeber und Spielpartner zugleich. Äste, Blätter, Erde, Wasser und Steine übernehmen die Rolle von Lernmaterialien – offen in ihrer Bedeutung, wandelbar im Spiel, anregend für Fantasie, Sprache und Denken.
Die pädagogische Arbeit in unserem Naturkindergarten basiert auf zentralen Grundprinzipien:

  • Stärkung von Selbstständigkeit und Eigenverantwortung
  • Forschendes und entdeckendes Lernen im Naturraum
  • Ganzheitliche Förderung mit Kopf, Herz und Hand
  • Erleben von Naturpädagogik und gelebter Umweltbildung
  • Praktisches, handlungsorientiertes Lernen
  • Vermittlung kultureller, sozialer und ökologischer Werte

Ein weiteres zentrales Element unseres Konzeptes ist die Öffnung nach außen. Regelmäßige Exkursionen in die Bücherei, Gärtnerei oder auf landwirtschaftliche Betriebe, Begegnungen mit anderen Kindertageseinrichtungen und Kooperationen mit Schulen, wie der Herbert-Meder-Schule sowie Vorschulkooperationen sind feste Bestandteile unseres pädagogischen Alltags.

Der Übergang in die Grundschule wird auch in einem Naturkindergarten aktiv gestaltet. Immer wieder wird die Sorge geäußert, dass Kinder aus Waldkindergärten im Vergleich zu ihren Altersgenossen aus Regelkindergärten beim Übergang in die Schule benachteiligt sein könnten. Diese Befürchtung ist jedoch durch wissenschaftliche Erkenntnisse nicht belegt – im Gegenteil: Verschiedene Studien und Erfahrungsberichte zeigen, dass Kinder aus Waldkindergärten mindestens ebenso gut, teils sogar besser auf die Schule vorbereitet sind.

Schulvorbereitung beginnt im Naturkindergarten nicht erst im letzten Jahr, sondern ist Teil des gesamten pädagogischen Alltags. Die Kinder erwerben auf natürliche Weise grundlegende Fähigkeiten, die sie auf den Übergang in die Schule vorbereiten.

Die Kinder sollen sich als Teil eines lebendigen Ganzen erleben – mit dem Wissen, dass ihr eigenes Tun Wirkung entfaltet und sie Verantwortung für ihre Mitwelt übernehmen können. Sie wachsen Schritt für Schritt in ein vernetztes, zukunftsorientiertes Lernumfeld hinein, das Kinder stark macht – für sich, für andere und für die Welt, in der sie leben.

Naturkindergarten Garten Ziegen
Naturkindergarten Garten Pferd
Naturkindergarten Haus
Naturkindergarten Garten